Trauma und Individuation

Trauma und Individuation

Ursula Wirtz
Zürich, Schweiz
Sschweizerische Gesellschaft für Analytische Pschologie

Pathei manthanein –durch Leiden lernen Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch (Hölderlin)

Vom Trauma als „Tod der Welt“ möchte ich sprechen, von Grenzen der Erfahrung, die das Verhältnis zu Sinn und Ziel menschlichen Lebens radikal transformieren. Ich möchte der einseitigen defizitären Traumaperspektive eine prospektive Sicht auf Traumatisierungen gegenüberstellen und traumatische Erfahrungen unter dem Aspekt der Individuation betrachten, als“ Wunde und Wandlung“. Es geht mir um die bewusstseinsverändernde Potenz traumatischen Erlebens. Traumatische Erschütterungen bewirken oft eine spirituelle Krise, weil in diesen existentiellen Grenzzuständen des Leidens die Leere berührt wird. Bei Traumatisierungen zerbricht das Konstrukt der Subjektivität und die „Chimäre des Ich“ löst sich auf. Solche Erlebnisse der Ent-leerung lassen den vertrauten Sinnkosmos zerbrechen und führen in eine via negativa, in der wir nicht mehr vertrauen, nicht mehr glauben, lieben und hoffen können. Die Sinn-Suchbewegungen in der Traumatherapie, die Sehnsucht wieder „ganz“ zu werden nach Fragmentierung und Dissoziation verstehe ich als Teil einer spirituellen Reise Das kann zu einer Initiation in Erfahrungsbereiche führen, die vorher verschlossen waren, zu psychischer Rekomposition von Ich und Selbst, zu neuer Sinndeutung von Ich, Welt und Transzendenz. Jung hat schon in seinen frühen Arbeiten zur Dissoziation den schöpferischen Aspekt der Psyche, das telos dieser Grenzzustände betont, die auf eine andere Dimension verweisen und uns den Zugang zum Selbst eröffnen können. (Salman, 1999)

Ich verstehe das Trauma als Sein auf der Grenze, als „Sinndestruktor“, aber auch als möglicher Katalysator für eine Um- und Neuorientierung im Leben. Traumatische Erschütterungen können zur Umstrukturierung des alten Wertekanons führen, neue archetypische Strukturen herausbilden und Integration des individuellen und kollektiven Bösen ermöglichen. Ich betrachte die Destruktion unter dem Aspekt des Werdens, so wie ich auch die Individuation als einen Stirb-und-Werdeprozess konzeptualisiere, indem Zersetzung und Zerstörung Möglichkeiten für kreative Neuschöpfung sind. „Werden und Vergehen ist dieselbe Kurve“ (Jung). Ein mythologisches Bild für diesen Erneuerungsprozess ist der Vogel Phönix, der auf dem Scheiterhaufen verbrennt und aus der Asche erneuert wieder aufsteigt. Die alchemistische Metapher, wie es möglich ist, Blei in Gold zu verwandeln berührt auch dieses Thema der Wandlung.

Ich möchte von der Hoffnung sprechen, dass auch nach traumatischen Erschütterungen ein neuer „Mut zum Sein“ (Tillich), eine Öffnung auf ganzheitliche Dimensionen als „Traum von Ganzheit“ (Jung) im Gebrochenen gewonnen werden kann. Überzeugt bin ich, dass wir den synthetischen auf Wachstum gerichteten Kräften des Seelenlebens nur dann gerecht werden, wenn wir die Dialektik von Destruktion und Werden in den Blick nehmen, wenn wir Entwürdigung und menschliche Würde, unsere Bereitschaft zum Bösen und unsere Möglichkeit zum Guten gemeinsam betrachten. „Somit stellt sich in concreto die Wahrheit des Selbst, nämlich die unausdenkbare Einheit Gut-Böse, in der Paradoxie heraus.“ (Jung, GW 12)

Spiritualität als Ressource in der Traumatherapie ist erst in den letzten Jahren in das wissenschaftliche Paradigma integriert worden, da Sinnschöpfung, die Fähigkeit, die Welt mit Bedeutung auszustatten und sinnhafte Zusammenhänge herzustellen als konstituierend für den Heilungsprozess nach traumatischen Erfahrungen erkannt wurde. Heimisch werden in der Welt, sich wieder aufgehoben fühlen, sich wieder beziehen können, das sind zentrale Themen unserer traumatherapeutischen Arbeit, die unser Vertrauen in die psychische Kreativität voraussetzen.

Die spirituelle Dimension traumatischen Erlebens

Freud hat das traumatische Geschehen als Durchbrechen der Reizschutzschranke bezeichnet. Ich möchte noch weiter gehen und darauf verweisen, dass traumatische Erschütterungen auch die raumzeitliche Bewusstseinsschranke durchbrechen und spirituelle Entwicklungen anstossen können.

Der Zustand der Zeitlosigkeit, von Pöppel beschrieben (Pöppel, 1997) als“ Verlust des zeitlichen Klebstoffes zwischen den Nervenzellen“ geht einher mit der Unfähigkeit, die Ganzheit dessen, was sich ereignet hat, in das Bewusstsein zu integrieren. Die Relativität der Zeit kann auch als ein unendliches Ausdehnen der Zeit, ein schmerzliches ewiges Jetzt, eine Zukunftslosigkeit und ein Verlust von Vergangenheit erfahren werden.

In der traumatischen Grenzerfahrung wird gleichzeitig die Fähigkeit der Psyche sichtbar, die Raumzeitbeschränkung zu transzendieren und Raum und Zeit als relative Kategorien zu erleben.“Gegebenenfalls aber könnte (die Psyche) sie die Schranke der Raumzeitlichkeit auch durchbrechen, und zwar notwendigerweise vermöge einer ihr wesentlichen Eigenschaft relativer Raum- und Zeitlosigkeit.“(Jung, GW 8) Synchronistische Erfahrungen im Umkreis traumatischer Not machen deutlich, dass die Trennung zwischen materieller Welt und Bewusstseinswelt im Sein an der Grenze nicht länger aufrecht erhalten werden kann, dass dieser cartesische Schnitt dort nicht gilt.

Die Traumatisierung bedeutet eine existentielle Gleichgewichtsstörung (Améry) in der die Substanzlosigkeit des Alltags-Ichs erfahren wird und die subjektiv individuellen Grenzen sich auflösen. Für mich haben die Koordinaten traumaspezifischen Erlebens eine auffällige Gemeinsamkeit mit Elementen, die in den spirituellen Traditionen beschrieben werden. Ich möchte meine Studien zum Individuationsprozess nach traumatischen Erfahrungen mit der wissenschaftlichen Erforschung der „Bausteine für ein spirituelles Welt- und Menschenbild (Walach, 2001) in Beziehung setzen, denn die zentralen Kategorien spiritueller Weltsicht sind mir auch in den Narrativen der Überwindungsleistungen extremtraumatisierter Menschen aufgefallen: die Relativität des Ich-Begriffs, die Relativierung von Raum und Zeit, die Aufhebung der Trennung von Leib und Seele und die innere Erfahrung von Verbundenheit.

Die Destrukturierungsprozesse als Folge traumatischen Erlebens verunmöglichen jedes Anhaften an rigide Ich-Strukturen, erlauben kein Anklammern an die alten Konstrukte von Ich, Selbst und Welt. Dieser Zustand völliger Destabilisierung und Labilität kann aber durch eine Verarbeitung des Traumas auch zu neuer Selbstorganisation auf höherem Funktionsniveau führen, zu jener Selbstdistanzierung, die ein Ergebnis intensiver Arbeit an sich selbst ist.

Mein Ansatz der transformatorischen, spirituellen Dimension traumatischen Erlebens bedeutet keine Verleugnung der destruktiven Dimension der Psyche, auch keine naive, unwissenschaftliche Spiritualisierung klinischer Praxis. Ich spreche zu diesem Thema als Therapeutin, die in 25 Jahren schmerzliche, hautnahe und bereichernde Erfahrungen in der Begleitung und Supervision von Trauma- Überlebenden auch anderer Kulturen gesammelt hat, von Gefolterten und Geflüchteten, Vertriebenen und sexuell ausgebeuteten Menschen, von Zeitzeugen des Holocaust und extremtraumatisierten Männern, Frauen und Kindern im Krieg in Ex-Jugoslawien.

Ausgehend von meinen klinischen Erfahrungen habe ich mich mit dem Modell „Posttraumatic-Growth“ auseinandergesetzt, (Tedeschi, Calhoun, 1998), den Untersuchungen zur „philosophischen Therapeutik der Antike“mit ihren Konzepten der Lebenskunst und Überwindungsleistungen wie sie Petzold für die Integrative Traumapsychotherapie (Petzold 2001) erarbeitet hat und mich vertieft in das, was unser gesellschaftlicher Wissensvorrat und unsere menschlichen Symbolsysteme in Mythos, Märchen, Religion und Kunst zur Transzendierung traumatischer Erfahrungen hervorgebracht haben. Wir kennen aus der Mythologie Prozesse von Zerstückelung, Zerrissenwerden, Auflösung und Dekompensation, die sich in Bewusstseinserweiterung statt Bewusstseinsverengung, Sinndeutung statt Sinnverlust, Liebe statt Hass wandeln können.

Weisheitsdimensionen sind mir für das Verstehen von Wachstums- und Bewältigungserfahrungen nach traumatischen Erlebnissen besonders wichtig geworden und die jüngste Forschungsentwicklung zeigt, dass „Weisheit“ auch empirisch zu operationalisieren ist. (Baltes & Staudinger, 2000)

Beim Betreten der Kammern des Bösen begleiten mich innerlich Krankheits- und Heilungsnarrative, die entgiftend wirken und die „Tröstungen“ der stoischen philosophischen Therapeutik unterstützen mich, die Arbeit in diesem archetypischen Kraftfeld von Krankheit und Heilung zu bewältigen ohne selbst völlig vergiftet und überwältigt zu werden.

Petzold (Petzold et al, 2002) hat die Bedeutung von Seneca und Marc Aurel, von Heraklit und Sokrates in ihrer Bedeutung für die Traumatherapie herausgearbeitet. Die antike Seelenführung lehrt, wie wir wieder Sinn und Geschmack für das Lebendige entwickeln, wie traumatische Lebenssituationen überwunden werden können, wie Lebenskunst und Lebensweisheit aus der Arbeit an sich selbst und dem Bemühen um Selbststeuerung und Integrität erwächst. Sie lehrt uns Humanität, den Umgang mit dem Verzicht auf Rache und Vergeltung, da diese Emotionen uns vergiften und stärker an das Traumatisierende binden statt uns zu befreien.

Vertiefen wir uns in die Alchemie, so können die alchemistischen Operationen des „solve et coagula“ des Trennens und erneuten Zusammenfügens auch ein Leitmotiv für die Traumatherapie sein. Ganzheit und Selbsterkenntnis setzt Diskrimination voraus, das alchemistische procedere von divisio, separatio und solutio entspricht in der Analyse dem Prozess von Differenzierung und Integration.

Auch andere Traditionen geben uns Hilfestellungen, wie mit Wachstums- und Wandlungsprozesse, deren Kern traumatischer Natur ist, umgegangen werden kann: spirituelle Krisen, Nahtodeserfahrungen, kreative Krankheit (Ellenberger), schamanistische Einweihungskrankheit (Eliade), Kontexte, die alle auf die numinose Dimension dieses Wandlungsprozesses verweisen und multimodale Verstehens- und Behandlungszugänge erforderlich machen.

Die Numinosität des Traumas

Metaphern für das Wesen traumatischer Erfahrung sind Chaos, der gähnende Abgrund, die Erfahrung der „Anti-Schöpfung“ (Primo Levi), der Verlust des Heimatrechtes im Leben, das „schwarze Loch „in der Psyche, der „abgeschnittene Lebensfaden“ (Asper), der „Riss im Selbst“.

Der Archetyp der Gewalt hat eine numinose Qualität, die faszinierende Kraft zu zerstören und die Fähigkeit und Macht zu beseelen und zu erneuern.

Das Trauma hat einen „numinosen“ (R. Otto) Charakter; es ist schrecklich, ein Mysterium tremendum, etwas das über uns hereinbricht, uns verwundet und uns fürchten und zittern lässt.

Oft sind unsere Wunden die Einfallstore für das Numinose; dort wo wir psychisch völlig einbrechen, können wir auch zu Neuem aufbrechen, dort wo wir völlig zusammenbrechen, kann auch das Durchbrechen zu anderen Räumen, das Aufbrechen zu anderen Ufern geschehen. Jung hat oft darauf verwiesen, dass jeder Schritt vorwärts auf dem Wege der Bewusstwerdung nur durch Leiden zu erkaufen ist. (Jung, GW 11) Die traumatische Erfahrung des eigenen Nichts und der Substanzlosigkeit des persönlichen Ichs ist eine solche archetypische Erfahrung mit numinoser Qualität. Sie überwältigt uns, stösst uns in einen Zustand jenseits von Sprache, Raum und Zeit. Archetypische Leidenserfahrungen stimulieren religiöse und mythologische Symbolbildungen, um Unaussprechliches kommunizieren zu können. Wir hören von „Gott im Exil“, von der erschreckenden Begegnung mit dem dunklen Gottesbild, dem stummen, ungerechten, Chaos und Zerstörung bringenden Gott, der den „Himmel als Abgrund“ (Celan) erfahren lässt und die archetypische Situation von Verlassenheit heraufbeschwört.

„Licht in dunkelster Nacht“ (Pierre Stutz)
Trauma und Mystik

Lebenserfahrungen des Zu-Grunde-Gehens als Aufforderung zur Wandlung und Herausforderung, auch dem eigenen Leben auf den Grund zu gehen und den Urgrund alles Lebens zu entdecken, sind in der mystischen Tradition oft beschrieben worden. Es sind Begegnungen mit dem Selbst, als einer letzten tragenden Wirklichkeit, die uns den delphischen Imperativ: Erkenne Dich selbst in einem Prozess der ruminatio, des Ringens um Sinn, aufzwingt. Wir erkennen uns selbst und das Geheimnis von Leben und Tod besonders angesichts von Grenzzuständen des Überwältigtwerdens.

Ich habe auffällige Parallelen mystischer Erfahrungen mit Aspekten traumatischen Erleben gefunden. Sinnkrise, extreme Angstzustände, Leiden, Ichverlust, Aufhebung der Trennung von Subjekt und Objekt und Leere sind gemeinsame transitorische Zustände dieses Individuationsprozesses.

Der Leidensweg traumatisierter Menschen gleicht einer via negativa – nicht mehr im Kontakt sein mit dem Körper und in den Geist der Dunkelheit versinken. In diesen Leidenszuständen wird die Leere berührt, das Nichts als schwarzes Loch erfahren, eine existentielle Verfasstheit kosmischer Verzweiflung, in der es nichts mehr zu verlieren gibt, weil alles verloren wurde.

Hier setzen die Fragen der Traumatherapie an, wie sich eine solche via negativa in eine via transformativa verwandeln, wie aus Nichts und Leere etwas erblühen kann.

Die „mystische Psychologie“ der Teresa von Avila beschreibt wie wir durch Zerrissenheiten, Beschädigungen und „den Schlamm unserer eigenen Erbärmlichkeit“ Selbstwerdung erfahren.

Johannes vom Kreuz, eingesperrt und unter unmenschlichen Bedingungen in der Finsternis eines Kerkers monatelang vegetierend, weiss um die traumatische Erfahrung von Menschen- und Gottesferne. Eingeholt von der „tiefen Nacht des Geistes“, ausgesetzt der „dunklen Nacht der Seele“ schreibt er von der Möglichkeit des Menschen zur Wandlung.

Es scheint, als habe sich in diesen Zuständen des Abstiegs in den eigenen Abgrund ein Zugang zum Wesentlichen eröffnet, eine andere Art des Sehens und Erkennens, die Angelus Silesius fordert: „ Mensch, werde wesentlich“. Wesentlich werden heißt, zur Wahrheit des eigenen Wesens und des Wesens der Welt zu erwachen und aus dieser Wahrheit heraus zu leben, ein zutiefst spirituelles Anliegen, gleichzeitig auch das Thema der Individuation.

In den Schriften des Mystikers Johannes von Tauler wird die Krise als Ort der Gotteserfahrung in ihrem bewusstseinsverändernden Aspekt beschrieben, als Chance zu tieferer Selbsterkenntnis und Weggeleitung in die eigene Mitte. Ich kann den dreistufigen mystischen Weg von Reinigung (via purgativa), Einsicht (via illuminativa) und Vereinigung (via unitiva) mit Stadien der Traumatherapie in Verbindung bringen. Auch hier geht es um einen Reinigungsprozess von Blockierungen, einen Integrations und Verarbeitungsprozess, der via erinnern, imaginieren, einordnen und neubewerten zu Sinnschöpfung, einem Bewusstsein von Solidarität und dem neuen Knüpfen sozialer Netze führt, der nach Dekonstruktion und Fragmentierung Rekonstruktion und Visionierung eines anderen Lebensentwurfs ermöglicht, in dem das Bewusstsein der eigenen Identität und das Vertrauen in die Menschen und die Welt als Ganzes neu erarbeitet und eine grössere Einheit in der Pluralität der Alltagswelt erfahrbar wird.

Auch die mystischen Erfahrungen von Meister Eckhart sind in Bilder von Sterben und Wiedergeburt gekleidet, in denen er das Sterben als „Entwerden von allem WAS“ beschreibt und uns ermutigt, dass unsere Seele nicht durch Hinzufügen, sondern durch Wegnehmen wächst.

Traumatherapie weckt in mir oft die Assoziation an die Arbeit mit dem Koan auf dem zenistischen Übungsweg. Unsere PatientInnen tragen die Sinnfrage nach traumatischen Erfahrungen wie ein Koan mit sich herum: warum ich? Auch wir als TherapeutInnen erleben die Traumatherapie oft als Koan, das rein rational nicht lösbar ist. Wir lernen dabei den Umgang mit dem Paradox und unsere eigenen Begrenztheiten zu transzendieren. So wie es zum Wesen des Koans gehört, nicht rational lösbar zu sein, müssen auch wir in der Traumatherapie den Umgang mit dem Paradox lernen, um unsere eigenen Begrenztheiten zu transzendieren.

„Verzweifelt nicht man selbst sein wollen;
verzweifelt man selbst sein wollen“
(Sören Kierkegaard)

Individuation und Dialektik in der Traumatherapie

Der wirklichkeitswunde traumatisierte Mensch, verletzt durch den „Biss des Realen“ (Marcel) steht unter einer Art schicksalshaftem Zwang, sich selbst neu zu gestalten; es geht um Selbstwerdung nach dem Trauma. Das Selbst verstehen wir als Vereinigung der Gegensätze. „Das Selbst aber ist absolute Paradoxie, indem es in jeder Beziehung Thesis und Antithesis und zugleich Synthesis darstellt.“(Jung, GW12).

Jeder Wachstumsprozess, auch der Individuationsprozess ist ein dialektischer Prozess zwischen Differenzierung des Teils und Integration des Teils ins grössere Ganze. Kierkegaard hat dieses existentielle Dilemma von Differenzierung und Integration für die eigene Identität persönlich durchlitten. Das Aushalten dieser Gegensatzspannung ist ein zentrales Ringen im Individuationsprozess traumatisierter Menschen. In der Grenzerfahrung wird die Grundstrebung nach Autonomie und Einflussnahme verunmöglicht und Integration des Traumas zur schicksalhaften Bestimmung und Überlebensnotwendigkeit.

Wie kann ich nach traumatischen Erfahrungen diesen Widerspruch, verzweifelt ich selbst sein zu wollen und verzweifelt nicht ich selbst überwinden? Wie kann aus dieser Gegensatzspannung im therapeutischen Prozess das Dritte gewonnen werden, wie ist Individuation möglich? Ich greife hier auf das Hegelsche dialektische Prinzip zurück: es geht darum, den Widerspruch aufzuheben, das Trauma aufzuheben in der dreifachen Bedeutung des Wortes, indem es

  1. aufbewahrt wird in unseren Narrationen und Imaginationen
  2. aufgelöst, ausgelöscht in seiner beherrschenden Macht und damit überwunden
  3. emporgehoben auf eine höhere Ebene der Bedeutung und des Bewusstseins und somit aufgehoben und transzendiert

Erst diese Überwindungsleistung befreit von der Besessenheit, dem Besetztsein durch das Trauma, erst durch diesen dialektischen Dreischritt machen sich Traumatisierte vom Trauma unabhängig. Die transzendente Funktion als Wandlungsenergie macht dieses Aufheben, den Übergang von einer inneren Einstellung in das Überschreiten zu einer anderen Haltung möglich.

Die transzendente Funktion im bildnerischen Gestalten

Ich möchte diese archetypische Wandlungsenergie, den Prozess von Destruktion und Kreation, das Wirken der transzendenten Funktion mit dem Symbolisierungsprozess einer schwer traumatisierten Frau skizzenhaft bebildern.

Sie hat ihren Individuationsprozess, ihren Versuch der kreativen Überwindung des Traumas in Bild und Wort auf aussergewöhnliche Weise „sichtbar“ und „lesbar“ gemacht und gemeinsam mit zwei Psychotherapeuten als Co-Autoren ein Buch zu „Trauma und Kunst. Sexueller Missbrauch und Depression“ gestaltet. (Rut Benedetti Waser 2004)

Rut legt Zeugnis ab von der transformativen Potenz symbolischen Gestaltens, Zeugnis auch von der spirituellen Wandlungsdimension, der wir auch in schwersten Traumatisierungen begegnen.

“Ich male um mich zu heilen. Meine Bilder sind ein seelischer Prozess.“

UrsulaWirtz

Wie das Trauma ist auch bildnerisches Gestalten in der Therapie Versuch im Niemandsland der Traumatisierung an ein Jetzt und an eine Zukunft zu glauben. Der Symbolisierungsprozess erschafft den „guten Möglichkeitsraum“ und macht Selbstbegegnung und Integration im dialogischen Mitsein und Mittragen möglich. Das Aus-sichheraus- setzen traumatischer Introjekte, das Reinigen von Vergiftetem in der Dualität der therapeutischen Begegnung verhilft traumatisierten Menschen, sich wieder als Gestaltende und nicht nur als Erleidende zu erleben. Malen in der Psychotherapie ist ein Schöpfungsakt, ein imaginativer Sprung, sich Identität neu zu grenzüberschreitend und auf Transzendenz ausgerichtet, ein tastender erschaffen und nach den multiplen Fragmentierungen wieder zusammenzusetzen.

In den Speichern eines Rades malt Rut ihre sequentiellen Traumatisierungen:

In den Speichen eines Rades
Steht geschrieben,
weshalb alle fünf RUT leiden.
Sie zeigt ihre Depression
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„So erlebe ich meine Depression. Sie plagt und lähmt mein ganzes Menschsein. Ich bin ihr hilflos ausgeliefert. Sie droht, mich in mir selber zu ersticken.

Ihr Weg auf der Suche nach dem Ich führt sie durch Entfremdung, Fragmentierung und Dissoziation. Sie beschreibt ihren Überlebensmechanismus des sexuellen Missbrauchs als Spaltung zwischen „Erden-Rut“ und der, die „himmelwärts“ flieht. Sie leidet an dem Verlust ihrer Identität, „weiss nicht wo sie anfängt und wo sie aufhört … desorientiert wird sie durch ihr Leben gezogen“.

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Auf der Suche nach Selbstfindung malt sie das folgende Bild:

Ich trage seit meiner frühesten Kindheit eine Wunde in mir, die so tief ist, dass sie mich durchlöchert. Durch diese Löcher entweicht mein Ich, wenn mir der Schmerz zu gross ist.

Ich leide sehr, wenn mein Ich auf einem weit entlegenen grauen Planeten sich befindet. – Meinen Schrei hört niemand. – Auf meiner Stirne brennt mein Missbrauchsma., Zwei unendliche Tränen fliessen aus meinen Augen.

… Noch immer strecke ich die goldene Schale – mein Ich empfangend – himmelwärts.

Ihr bildnerischer Prozess der Auseinandersetzung mit kumulativen Traumatisierungen ist reich an Symbolen des Selbst und zeigt das dynamische Wechselspiel zwischen Dissoziation, Desintegration und Sinnschöpfung als kreativen Schöpfungsakt einer neuen Identität.

Ich möchte noch ein 4. Bild zeigen, das den Wandlungsaspekt beleuchtet, um den esmir in diesem Vortrag geht, das Transzendieren der Grenzen und die Erschaffung eines Möglichkeitsraums im Aushalten der Spannung zwischen dem Dunklen, Bösen und dem Lichten, Kosmischen.

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… Auf meiner Stirne eingeprägt schmerzt mich das Missbrauchsmal. Das dritte Auge, sichtbar gemacht auf meiner anderen Stirne, ermöglicht mir eine erweiterte Sicht. Sexuell missbrauchte gefühllos. Die andere Hälfte ist hellhörig, verletzlich und birgt die Möglichkeit in sich, grössere Menschen sind aus zwei verschiedenen Hälften zusammengesetzt. Eine Hälfte ist wie versteinert, Zusammenhänge zu erkennen.

Ob ein in dieser Art verletzter Mensch diese Möglichkeit ergreift, obliegt seiner freien Entscheidung.

Ruts Ringen um die persönliche Gleichung, die eigene Form und den schöpferischen Prozess der Gestaltung des Erkannten, ist für mich Ausdruck von Individuation, ein Kampf um Integrität in der individuellen und kollektiven Schattenbegegnung, ein Kampf auch um die Verwandlung eines unabänderlichen Fatums in eine schicksalshafte Bestimmung, eine gewollte, verantwortete neue Seinsweise und Sichtweise auf sich selbst und das Leben.

Individuation ist mehr als die natürliche Entwicklungstendenz der Psyche. Individuation bedeutet Anstrengung und Überwindungsleistung, die auch dem „Invalidismus des Selbst“ (Guggenbühl) nicht ausweicht. Die „archetypische Phantasie“ (Hillman) der Individuation meint einen Prozess des Bewusstwerdens auf allen Dimensionen unseres leib-seelischen In-der-Welt-Seins und ist damit auch spiritueller Auftrag. Es geht, wie auch Ruts Prozess zeigt, um Rilkes „Wolle die Wandlung“, um eine existentielle Expertenschaft, die um den Archetyp des Opfers weiss. Geopfert wird das retraumatisierende Fixiertbleiben auf das repetitive Trauma-Narrativ, der Gestus der sich perpetuierenden Anklage und Rache, das bittere Graben nach dem unwiederbringlich Verlorenen, wie es Celan in einem Gedicht (Die Niemandsrose) ausdrückt:

Sie gruben und hörten nichts mehr;
Sie wurden nicht weise, erfanden kein Lied,
erdachten sich keinerlei Sprache.
Sie gruben.

Für die Überwindung, das Überwachsen und Überschreiten traumatischer Erfahrungen brauchen wir ein anderes Graben, von dem Marc Aurel in den Selbstbetrachtungen schreibt „Grabe in Deinem Inneren. In Dir ist die Quelle des Guten und sie kann immer wieder sprudeln, wenn Du gräbst“.

Ruts Bilder sind Zeugnisse von der Suche nach den „tiefst vergrabenen Geheimnisse(n)“ Ausdruck auch eines Grabens nach dieser Quelle, aus der sich das Leben speist. Was wir aus traumatischen Erfahrungen und dem Versuch ihrer Verarbeitung lernen können ist dies: Wirklichkeit ist nicht, sondern sie will gesucht, gewonnen, ergraben werden.

„Keine Erscheinung behält die Gestalt: die Verwandlerin aller Dinge,
Natur, schafft stets aus den alten erneuerte Formen.“
(Ovid)

Individuation und Identität

„Das Ziel ist die Wandlung … deren einziges Kriterium das Verschwinden der Ichhaftigkeit ist.“ (Jung, GW 11)

In traumatischen Grenzerfahrungen wird die zentrale Rolle des Ich, als planende, kontrollierende Instanz gewaltsam gesprengt, und die Frage drängt sich auf, was von mir noch übrig bleibt, wer ich denn bin, wenn ich nichts mehr bin. Kernfragen der Selbst- und Identitätsprozesse und ein Hinterfragen unserer analytischen Modelle von Ich, Subjekt und Selbst sind in der Traumatherapie konstelliert. Der Mythos vom Selbst als Kern, als zentraler Pol, als Steuerungsinstanz löst sich in der dekonstruktivistischen Kritik (Singer) auf; die Forschung spricht vom pluralen Selbst, von Facetten der Identität, die eine Einheit in der Vielheit konstituieren. Der schillernde Selbstbegriff umfasst die Idee vom Selbst als psychosomatischer Einheit, als Ganzheitsarchetyp, als Imago des Göttlichen und als aktives Element der Selbstregulation, Das Selbst im neurowissenschaftlichen Diskurs ist die Gesamtheit der Möglichkeiten eines Organismus, physisch, psychisch, sozial und kulturell. (LeDoux, 2002, Damasio, 1999)

Bei Extremtraumatisierungen erweist sich die Idee eines verlässlichen Kerns der eigenen Person sich als Fiktion. Die chaotische Erfahrung traumatisierender Verhältnisse zertrümmert die fixen Strukturen, in denen ich mich eingerichtet habe; sie zerstört das Gerüst von Faktizität und Dinglichkeit und wirft zurück auf die Notwendigkeit, sich Leben neu zu erschaffen als Kombination von Möglichem.

Im modernen holistischen Paradigma der Physik ist Wirklichkeit Potentialität, sie ist Bewegung, unaufhörliche Metamorphose und keine dingliche Realität, sondern Verbundenheit, Beziehungsstruktur, die Möglichkeit zu Veränderungen und prozesshaftem Wandel. In der Quantenmechanik gilt, dass die Möglichkeit im Bewusstsein zur Wirklichkeit kristalliert. (vgl. Walach, S. 70)

Für die Traumatherapie bedeutet dies, dass wir uns mit der prozesshaften Konstruktion einer neuen Identität, mit dem Selbst „als einem Gefäss noch zu lebender Potentiale“ (A. Samuels) beschäftigen müssen.

Zum therapeutischen Credo in der analytischen Psychologie gehört die Ausrichtung auf eine Seinsweise, in der ein Mensch lernt, so mit seinem Wesen zu experimentieren, dass ein „Zustand der Flüssigkeit, der Veränderung und des Werdens“ erreicht wird. Dies ist eine besonders schwierige Aufgabe bei schwer traumatisierten Menschen, die durch Rigidität und multiple Blockierungen geprägt sind. Gleichzeitig macht die Adaption an aversive Lebensumstände, die Fähigkeit, flexibel neue Denk- und Verhaltensoptionen zu kreieren, die evolutive Leistung des Menschen aus. Ein traumatisierter Mensch muss sich als ein Sich -Wandelnder begreifen, denn nach dem Trauma ist nichts mehr, so wie es vorher war, er ist gewandelt durch die traumatische Erschütterung, und gleichzeitig muss er Wandlung erzeugen, weil es so mit ihm nicht mehr weitergehen kann. Traumatisierte Überlebende müssen sich um- und neu gestalten durch Interpretation und Reinterpretation des Unfassbaren. Nur so konstituiert sich das Subjekt als „Identität im Wandel“, nur im Spiel mit den Möglichkeiten entsteht Wirklichkeit.

Identität ist ein elastisches Konzept, das dem fluiden Charakter der Psyche entspricht und nur prozesshaft zu verstehen ist gemäss Goethes Gesetz der Metamorphosenlehre. Bewusstsein ist ein sehr aktiver, dynamischer Evolutionsprozess, in dem neuronale Verknüpfungen sich unablässig formen und umgestalten und die Psyche mit ihrer archetypischen Disposition zur Symbolisierung Wirklichkeit ständig neu erschafft.

Exkurs in die Neurobiologie – Trauma und Entwicklung aus neurobiologischer Sicht

Die moderne Hirnforschung und die Säuglingsforschung haben uns viel über die kreativen, adaptiven Aspekte unseres Organismus und die Konstruktion eines sich ständig wandelnden Selbst gelehrt. Die hochgradige Anpassungsfähigkeit und Flexibilität des menschlichen Verhaltens hat mit der Selbstorganisationsfähigkeit der synergetischen Strukturen im Gehirn zu tun.

Unser zentrales Nervensystem besitzt strukturell festgelegte Verschaltungsmuster, die kontinuierlich durch den Prozess ihrer Nutzung umgeformt und überformt werden. Die Plastizität neuronaler Verschaltungen ist besonders für unser Verständnis von Entwicklungsprozessen nach traumatischen Erfahrungen relevant. Das Gehirn ist ein dynamisches System und selbst nach schweren Traumatisierungen fähig, neue Nervenzellen zu bilden und neue neuronale Schaltkreise aufzubauen. Zur kreativen Leistung gehört die Fähigkeit, umzukodieren, umzudeuten und neu interpretieren zu können.

Wir wissen, dass der frühe Säugling die Fähigkeit zur Ganzheitlichkeit von Wahrnehmen und Erleben hat. Das Kind entsteht als ganzheitliches Geschehen, bei dem sich selbstorganisierende.

Teilstrukturen (Zellen und Zellverbände) in übergeordnete selbstorganisierende Strukturen einordnen. “Durch so miteinander vernetzte Teile, eingebunden in ein Feld von nicht entfalteten Möglichkeiten, wird Leben möglich.“ (Unfried) In den ersten beiden Lebensmonaten, dem Stadium des auftauchenden Selbst, ist das Kind zur Ganzheitlichkeit des Erlebens befähigt über amodale Abbildungsqualitäten von Situation, Affekt und Interaktion.

Solche Wahrnehmungspotenzen sind das Gegenstück zu Dissoziation, die durch eine Störung des situativen Ganzheitserlebens in Raum-Zeit und Selbstgefühl gekennzeichnet ist.

Der schockbedingte Amodalitätsverlust führt zum Ausschluss des traumatischen Erlebnisses, was bedeutet, dass der weitere Verlauf des Traumas und die Beendigung des Traumas nicht erinnert und nicht integriert werden kann, sondern als dissoziierte Kette subcortikal verbleibt.

Wandlungsprozesse im Denken, Fühlen und Handeln werden durch die Auslöschung und Destabilisierung unbrauchbar gewordener Muster möglich. Dieser Auslöschungsprozess wird durch den hohen Spiegel von Glucocortikoiden gefördert. So sind Destruktion und Destabilisierung Vorbedingung für die folgende Selbstorganisation neuronaler Verschaltungsmuster. Dysfunktionen sind Anreiz für Entwicklungen, Destabilisierungen verbessern die Effizienz bereits bestehender Verschaltungen, sodass gilt, dass robuste, komplexe lebendige Systeme durch die Häufigkeit ihrer Zusammenbrüche, ihrer Neuorientierung und Reorganisation gekennzeichnet sind. (Hüther) Die neurobiologischen Studien zeigen, dass trotz funktioneller und struktureller Läsionen im Gehirn durch Erinnerungsprozesse und Rekategorisierungen Umbauvorgänge und Veränderungsprozesse möglich sind.

Individuation und das Selbstverwirklichungsnarrativ in der Traumatherapie

Identität und Individuation ist eine sich entfaltende Geschichte, eine Narration, die Vergangenheit rekonstruiert, Gegenwart wahrnimmt und beschreibt, die Zukunft antizipiert und aus diesen Elementen einen sinngebenden, lebendigen Mythos entwirft. (McAdams) In der Traumatherapie wird dieser Mythos immer wieder neu und unter anderem Aspekt in Bild und Wort erzählt, damit Sinn, Orientierung und Kohärenz gewonnen wird.

Der Archetyp des Individuationsprozesses im modernen Gewand ist der Selbstverwirklichungstopos, ein biographisches Erzählmuster, in dem das eigene Leben als ein Prozess der Suche nach dem eigenen Selbst verstanden wird.(Roesler) Traumatisierte Menschen sind auf der Suche, sich selbst neu als Gewandelte zu begreifen und damit auf der Suche nach einem neuen Mythos, der den erfahrenen Traumatisierungen Rechnung trägt und Muster und Sinn dieses Geschehens zu entziffern sucht.

In der Narrationsforschung verstehen wir unter Identität die Gesamtheit der Geschichten, die ein Mensch über sich und sein Leben erzählt. Identität ist etwas Dynamisches, verleiht Individualität und Kontinuität, stiftet einen Sinnzusammenhang. Darum ist nach dem Trauma „Biographiearbeit“, erzählende Bearbeitung des Traumas als Rekonstruktion von Identität eine Form des Sichselbstverstehens und eine Bewältigungsstrategie.

In Situationen traumatischer Erschütterung, wenn der Sinnkosmos auseinandergebrochen ist und das Ich von seiner steuernden Funktion entmachtet wurde, sind wir gezwungen, unsere Identität zu re-konstruieren, sie zu re-komponieren, um wieder ein Gefühl von Kohärenz zu erleben.

Traumatisierte Menschen sind gezwungen, völlig inakzeptable, beschämende, schattenhafte Teile ihrer Persönlichkeit, mit denen sie durch die traumatische Erfahrung in Kontakt gekommen sind, in ihr Selbstbild zu integrieren. Die Umformung traumatischer Erfahrungen in eine Geschichte ist ein kreativer Akt des Coping, denn wenigstens im Nachhinein gewinnt der Erzählende Kontrolle über das traumatische Geschehen, kann vergangene und gegenwärtige Seinszustände in Beziehung setzen und in neue Verstehenszusammenhänge einbetten. Trauma Narrative sind in gewisser Weise Prozesse der Wiederaneignung von Verlorenem und damit Identität konstituierend.

Als Jungsche Analytikerin höre ich aufmerksam auf die archetypischen Muster, die in den Narrativen der Gewalt sichtbar werden. Wir sind in der Therapie ja grundsätzlich dem Mythos auf der Spur, der unser individuelles Leben bestimmt und sich mehr oder weniger bewusst in unserer Lebensgeschichte seinen Ausdruck sucht.

In diesen Grenzzuständen, dort wo wir zutiefst labilisiert und aufgebrochen sind, vermögen archetypische Dynamiken und Muster verstärkt einzubrechen und unser Identitätserleben und unser Handeln zu bestimmen. Zu Zeiten grösster Verwundbarkeit des Ich in der traumatischen Situation ist zu beobachten, dass die Psyche dazu tendiert sich nach archetypischen Grundmustern neu auszurichten indem Erlebens-, Verhaltens- und Erzählweisen, die wir aus Mythen, Märchen, Kunst und Poesie kennen, in den Narrationen aufscheinen.

Sorgfältiges Hinhören, wie Geschichten als Daseinsentwürfe gestaltet werden, wie das traumatische Ereignis mit Bedeutung ausgestattet wird, welcher Sinn dem traumatischen Geschehen für Lebensgefühl, Selbst- und Weltverständnis verliehen wird, helfen das beherrschende archetypische Grundmuster zu identifizieren, das die Traumatisierten unbewusst als Opfer oder als Held prägt und ihren Individuationsprozess leitet. Die Art und Weise, wie traumatisierte Menschen ihre Erfahrungen bewältigen, überwachsen und überwinden, zeugt von der sinnstiftenden Kapazität des Selbst.

Ich focussiere in der Traumatherapie auf diese archetypischen Muster und Symbolstrukturen, die sich in den Narrationen der Gewalt und in den Imaginationen zeigen, um auch die protektiven Faktoren, die Ressourcen aufzuspüren. Wie wird das Ringen um Überleben nach dem Trauma beschrieben, welche sinngebenden Muster aus dem archetypischen Weisheitsschatz von Mythos, Religion, Literatur, Film, Musik werden eingesetzt? Was erfahre ich über das „Wunder“ der Heilung und Rettung (Roesler 2002), was über den Archetyp des verwundeten und verwundenden Heilers, über Täter und Opfer, über den Kindarchetyp und den Heldenarchetyp? Dabei beschäftigt mich auch die Frage der Wandlungsfähigkeit dieser Muster, der Topos, nach dem Trauma ein Anderer geworden zu sein, das archetypische Motiv der Wandlung von Selbsterleben, Lebenseinstellung und Wertsystem.

Oft taucht in den traumatischen Narrativen das Motiv der Einsamkeit auf, das totale auf sich selbst Zurückgeworfensein, das Verlassen und Verstossensein, das wir als Topos des archetypischen Heldenweges kennen.

Ich denke an die Erzählungen der Patienten in den Kliniken in Sarajevo, die von Solidaritätserfahrungen berichteten, erinnere mich, was die Kinder in der Primarschule mir von ihren Bewältigungsversuchen und ihren gegenseitigen Hilfeleistungen erzählten, habe die Bilder der Flüchtlingscamps vor mir, wie ich mit den Frauen zusammensitze und Geschichten zuhöre, Geschichten des Elends und Geschichten von Mut und Überlebenswillen. Dabei bin ich offen für die archetypischen Bilder, die in mir als Resonanz auf die Narrative auftauchen und ich nutze sie im intuitiven Dialog.

In der Traumatherapie ist die Ebene der bildsprachlichen, stimmungsorientierten Resonanz- und Austauschprozesse besondern wichtig. Defocussierende sinnlich-imaginative Arbeitsmethoden, wie sie von Drees (2002) für die Arbeit mit Gewaltopfern entwickelt wurden, konstituieren einen deutungsfreien Möglichkeitsraum mit der Grundhaltung intuitiver Offenheit, der Wachstum und Wandlungsprozesse fördert. Wenn ich mich ganzheitlich auf eine bildsprachliche gemeinsame Schwingungsebene mit meinen traumatisierten PatientInnen einlasse, entfaltet sich zwischen uns ein kreativer potentieller Raum, in der sich auch die schöpferische Eigenständigkeit der Patienten entfalten kann. Gleichzeitig werden in mir heilende Resonanzbilder wach durch gemeinsame Phantasien und intuitive Dialoge und in diesem „subtilen Austauschmodell“ (Berner-Hürbin, 1989) verlebendigen sich blockierte Erlebensbereiche und Ressourcen werden mobilisiert. Die metaphorisch narrativen Amplifikationen und Stimmungsübertragungen, das sinnliche Resonanzvermögen kann „als Beziehungsübergreifende Ich-Qualität verstanden werden, mit der sich spielerisch wechselnde Identitätsprozesse ermöglichen lassen.“ (Drees, S. 146)

Auch das Verständnis des Übertragungs- und Gegenübertragungsgeschehens ist als eine dialektische Beziehung zu verstehen, in der ein Transformationsprozess nicht über feste Strukturen erfolgt, sondern über einen dynamischen, systemischen, gemeinsam gestalteten Resonanzprozess der „Coevolution“. Besonders für die Beziehungsgestaltung im Rahmen der Traumatherapie gilt Jungs Auffassung, dass die Behandlung das Produkt einer gegenseitigen Beeinflussung ist. “Das Zusammentreffen von zwei Persönlichkeiten ist wie die Mischung zweier verschiedener chemischer Körper. Tritt eine Verbindung überhaupt ein, sind beide gewandelt.“

Die transformierende Kraft traumatischer Erfahrungen

Wie ist es möglich, die Sintflut zu überleben, aus der Löwengrube und dem Feuerofen wieder herauszusteigen, „immer versehrter und immer heiler … zu uns selbst entlassen werden“? (H. Domin)

Posttraumatic Growth (Tedeschi/Calhoun)

Für die Psychotraumatologie haben Tedeschi und Calhoun eine Konzeptualisierung erarbeitet, die ähnlich bahnbrechend ist, wie das Konzept des posttraumatischen Stress Syndroms gegen Ende der siebziger Jahre. (Maercker/Zoellner, 2003) Es sind vor allem vier Ebenen posttraumatischen Wachstums beschrieben worden: die unmittelbare Reaktion auf das Trauma, die sekundäre Verarbeitung, erste Erfolge im Bewältigungsprozess und tiefere Wachstumserfahrungen und die Entwicklung von Weisheit. Mich beschäftigt besonders die Weisheitsdimension, die ein Ausdruck des Individuationsprozesses ist und etwas aussagt über die Ich-Selbst Achse, das Verhältnis von Selbst und Welt, Selbst und Kultur.

Die Wandlungsprozesse manisfestieren sich vor allem in drei Bereichen (Folie)

  1. Selbstbild und Selbstwahrnehmung
  2. Beziehung zu Anderen
  3. Lebensphilosophie und Spiritualität

Zu 1:

ein gestärktes Identitätsgefühl, das Bewusstsein um die eigene Verletzlichkeit, aber auch die eigene Kraft, erweiterte personale Kompetenzen, grösseres Selbstvertrauen, Wissen um die Stärke des Überlebenswillens, Resilienz, Kreativität im Umgang mit aversiven Lebensumständen, Humor, Fähigkeit zur Selbstdistanzierung und die Entdeckung neuer Möglichkeiten für das eigene Leben

Zu 2:

Eine gewandelte Beziehung zu den Mitmenschen auf Grund der Erfahrung, dass mein Leiden Teil des größeren Leidens ist, das alle Wesen miteinander teilen. Das Eingewobensein in ein Netz von Gemeinschaft, vertieftes Mitgefühl, starke Solidarität mit anderen Menschen in Grenzsituationen. Gefühl einer letztlichen Verbundenheit, größere Gelassenheit, Toleranz, Dankbarkeit, eine größere Offenheit im Geben und im Nehmen

Zu 3:

eine gewandelte Weltanschauung und Lebensphilosophie, die sinnorientiert ist, Vertiefung spiritueller Einsichten, Wertschätzung des Lebens und Sorge um die Schöpfung. Die bemerk enswerte Fähigkeit, Prioritäten zu entdecken und eine Umwertung alter Werte vorzunehmen, führt bei den Überlebenden oft zu einer neuen Lebensphilosophie, in der das dem seelischen und physischen Tod abgetrotzte Leben wieder als eine Kostbarkeit wahrgenommen wird. Versöhnung mit der schicksalhaften Gebrochenheit der eigenen und der fremden Existenz.

Traumatische Erfahrungen können eine Chance sein, mit einer existentiellen Ebene in Kontakt zu kommen als Tor zur Transzendenz; aber wenn die Heilungschance nicht ergriffen, die Wandlung nicht gewollt und vollzogen werden kann, die archetypischen Kräfte in der therapeutischen Beziehung nicht „humanisiert“ werden können, wirken sie zerstörerisch.

Kierkegaard hat uns gelehrt, dass die Verzweiflung, weil sie zutiefst dialektisch ist, „eine Krankheit ist, von der gilt: es ist das grösste Unglück sie nie gehabt zu haben – ein wahres Gottesglück sie zu bekommen, wenn sie auch die gefährlichste Krankheit ist, wenn man von ihr nicht geheilt werden will“.

Die altgriechische Bedeutung von Katastrophe meint Umkehr und Wendung, so wie auch in unseren Lebensdramen grosses Unglück und Unheil die entscheidende Wendung, die heraklitische Enantiodromie bringen kann, wenn wir alles daran setzen, die Grenzerfahrung zu überwinden und unter Mobilisierung aller Ressourcen im Leben weiterzuschreiten und Veränderung und Wandlung aus tiefstem Herzen zu wollen.

Kollektive Individuation

„Die Apartheitpolitik hat in meinem Volk tiefe dauerhafte Wunden hinterlassen … doch diese Wunden hatten einen unbeabsichtigten Effekt, dass sie Menschen von ausserordentlichem Mut, Weisheit und der Unterdrückung, um solche Höhen an Charakter hervorzubringen.“ (Nelson Mandela)

Mandela spricht hier von Charakter, von der Integrität eines Menschen. Genau diese Integrität ist Ziel und Gegenstand des Individuationsprozesses. Ausgeliefert an die schattenhaften Emotionen von Angst, Schmerz und Wut, im Kontakt mit der eigenen Verwundbarkeit, im Ringen um das, was als wahr und gut erkannt wird, entwickelt sich Charakter und Integrität.

Für mich ist Nelson Mandela ein berührendes Beispiel, wie die Konfrontation mit dem Bösen zum Wagnis der Liebe fähig machen kann, wie das Leiden, der Schmerz unser Herz öffnen, die Annnahme von Ohnmacht und die Akzeptanz der eigenen Verletzlichkeit zu einer aktiven Menschlichkeit verhelfen kann.

Personen, die einen signifikanten Grad von posttraumatischem Wachstum erlebt haben, verfügen über ähnliche Eigenschaften, wie Menschen, die wir als weise bezeichnen: sie haben ein Bewusstsein von Paradoxien als Teil des Lebens, sie können das Paradox unserer existentiellen Verfasstheit aushalten, sind nicht primär kopf-, sondern herz- und kopforientiert und verkörpern eine Einsicht in unsere conditio humana.

Die archetypische Vision von Individuation und Erfahrung des Selbst weckt ähnliche Bilder: wache, um Integrität, Authentizität und Toleranz bemühte Menschen, leidenschaftlich der Verantwortung für die Schöpfung als Ganzes verpflichtet, von Eros getragen, aber in vollem Bewusstsein um Gebrochenheit und Widersprüche, um Leiden und um das Böse.

Das engagierte Sich-Einlassen und Mitarbeiten an der Kultivierung und der Veränderung der menschlichen Natur und Gesellschaft, wie wir es bei Nelson Mandela und der Wahrheits- und Versöhnungskommission gesehen haben, ist für mich Teil eines kollektiven Individuationsprozesses, Teil auch der Mitgestaltung potentieller Wirklichkeiten.

„Kulturarbeit“ (Petzold) in diesem Sinne ist für mich besonders bei traumatisierten Menschen sichtbar geworden, die nach Extremtraumatisierungen den Schritt nach aussen, in die Gesellschaft gemacht haben, um das Tabu des Traumas zu entprivatisieren und in der Gesellschaft öffentlich zu machen, aber auch, um an gesellschaftlichen Umgestaltungen aktiv teilzunehmen. (vgl. Vaclav Havel in Tschechien, die Mütter und Grossmütter auf der Plaza de Mayo in Buenos Aires, Becker in Chile, Reetsma, Inge Agger in Ex-Jugoslawien, die Zeitzeugen des Holocaust, die Inzest-Überlebenden etc.) Dieser Prozess der Externalisierung ist heilungsfördernd.

Menschen, die Opfer von Gewalt wurden, sind auch Opfer struktureller Gewalt, und Reparations- und Restitutionsversuche auf persönlicher Ebene greifen zu kurz, um wirklich heilungsfördernd zu sein. Das Bedürfnis auch die soziale Struktur zu verändern, die solche Traumata möglich macht und fortschreibt, hat viele Traumatisierte politisch aktiv werden lassen.

An den Therapiezentren für Folteropfer, die ich besucht habe und mit denen ich arbeite, sind immer Menschen engagiert die selbst im eigenen Herkunftsland Opfer von Folter und Verfolgung waren. Ich denke oft an Jaspers, von dem ich gelernt habe: was ein Mensch ist, ist er durch die Sache, die er sich zu eigen macht.

In diesem Sinne haben sich traumatisierte Menschen eine Art spiritueller Fürsorge zu eigen gemacht. Sie leben im Bewusstsein einer Berufung, einer Mission im besten Sinne, beim Wieder-Menschwerden mitzuhelfen und dabei selbst ein Stück menschlicher zu werden. Spirituelle Menschen haben das Gefühl, eine Aufgabe in diesem Leben zu haben; sie gehen davon aus, dass etwas durch sie in die Welt gebracht werden soll, fühlen sich herausgefordert im Glauben an das Subjekt, spüren ein Ethos der Verantwortung, in dem die Arbeit an mir selbst zur Arbeit am grösseren Ganzen, dem unus mundus wird. Der holistische Jungsche Ansatz besagt ja, dass jede persönliche Veränderung in meiner eigenen Psyche auch einen transformierenden Einfluss auf die Kollektivpsyche hat.

Kollektive Individuationsprozesse, die eine ganze Gesellschaft nach Jahren des Terrors und dem Trauma der Gewalt transformieren, sind Akte der Sinnschöpfung, Manifestationen der transzendenten Funk tion. Sie stellen aber auch präventiv Versuche dar, die Wiederholung, das kollektive Reinszenieren traumatischer Dynamiken zu verhindern. Vielleicht können wir solche kollektiven Individuationsprozesse auch als Heilungs- und Rettungsversuche unserer condition humaine begreifen, als moralische Notwendigkeiten, mit den Schattenprojektionen kreativ umzugehen, um letztlich heimzukommen und anzukommen, wo wir immer schon waren.

Warum es möglich ist, dass trotz extremer Traumatisierungen individuell und kollektiv Selbstwerdungsprozesse möglich werden, bleibt für mich das unerschliessbare Geheimnis von Heilung und Wandlungsfähigkeit des Menschen und ist mir als Therapeutin gleichzeitig Möglichkeit und Auftrag. In diesem Prozess begleitet mich Rilkes Frage in den duineser Elegien:

„Dies alles war Auftrag – doch bewältigtest Du’s?“

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