Individuation in Psychoanalysen – ein dialogischer Prozess? - Ein Beitrag zur Kasuistik

Claus Braun
Berlin, Germany
Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychologie

1. Einleitung

Seit einigen Jahren arbeiten Lilian Otscheret und ich daran, die intersubjektive Perspektive in der Analytischen Psychologie zu betonen und nutzbar zu machen. Ich möchte Ihnen heute an einem Fallbeispiel die Methode der intersubjektiv akzentuierten psychoanalytischen Behandlung vorstellen. Es geht mir hier um Individuation im klinischen Kontext.

Ich bezeichne dabei einen Menschen als „Person“, wenn ich sein Verhalten gegenüber seinen Objekten und seine Motive den Objekten gegenüber in ihren unterschiedlichen Funktionen beobachte. Er wird zum „Subjekt“, wenn ich ihn als Organisator seiner Erfahrungen betrachte.

Das Fragezeichen im Titel meines Vortrags steht für die notwendige Überlegung, inwieweit Individuation „innen“ (intrasubjektiv) oder „innen“ und „außen“ zwischen einem „Subjekt“ und einem „Objekt“ oder eben „zwischensubjektiv“ stattfindet: in einem lebendigen System, das gerade durch die Überschneidungen und das Wechselspiel zwischen subjektiven Welten hergestellt wird (Orange u.a. 2001, S. 7).

Ich möchte diese Begegnung dann als intersubjektiven und dialogischen Verständigungsprozess bezeichnen, wenn es darum geht, gemeinsam auf „Sinnsuche“ zu gehen, indem beide ihre subjektiven Perspektiven einbringen, um mehr vom Anderen und dessen Erfahrungen sowohl kognitiv, als auch emotional zu verstehen (vgl. Orange 2004, 18 ff.).

2. Argumentationszugängliche Kasuistik

Ich bin mir der Problematik der Darstellung von Kasuistik bewusst. Ich möchte dennoch versuchen, meine Fallgeschichte im Sinne von Körner (2003) „argumentationszugänglich“, d. h. diskutierbar zu halten.

Dies setzt voraus, dass ich Sie über die herangezogenen Theorien informiere, die ich über Lilian Otscherets Vortrag hinaus heranziehe.

Diskutierbar sollen auch die Methoden werden, die ich in dieser Behandlung angewandt habe, also meine Auffassungen von den psychotherapeutischen Zielen, die ich mit bestimmten technischen Mitteln verfolgt habe.

Weitere Überlegungen sollen die Kontexte und Regeln meiner inneren und äußeren Interpretationen sichtbar machen, also das, was ich deutend und deutend-amplifizierend eingebracht habe.

Ich werde dabei versuchen, die Perspektive der allgemeinen Ziele und Überlegungen von der Ebene der konkreten Umsetzung zu unterscheiden, die einzelne „Szenen“ im analytischen Geschehen beschreibt.

Danach wären wir – so hoffe ich – in der Lage, unsere Methode einer intersubjektiv akzentuierten psychoanalytischen Behandlung zu diskutieren. Wir könnten uns darüber verständigen, wie die intersubjektive Perspektive möglicherweise anders oder verstärkt in die analytische Ausbildung einfließen kann.

3. Theoretische Grundlagen

Jung selbst hat in „Die Psychologie der Übertragung“ (1946) die Fundamente der intersubjektiven Perspektive angelegt, indem er die wechselseitige verändernde Beeinflussung von Analytiker und Patient in einem gemeinsamen Prozess betonte, aus dem beide gewandelt, “als Andere“ hervorgehen.

Wie dieser Prozess geschieht, hängt ab von

  • pathogenen Konfliktkonstellationen,
  • strukturellen Eigenschaften,
  • Übertragungs- und Gegenübertragungskonstellationen und von
  • behandlungstechnischen Entscheidungen des Analytikers.

Ich möchte im Blick auf mein Fallbeispiel insbesondere auf die Bedeutung der strukturellen Verfasstheit meines Patienten verweisen. Strukturelle Eigenschaften sehe ich innerpsychisch vor allem im impliziten Beziehungsgedächtnis verankert, dessen Entwicklungsbedingungen ich kurz skizzieren möchte.

Das Selbst bildet sich in Fordham’s Vorstellung eines originären, primären Selbst, aber auch nach der neueren Auffassung z. B. von Braten (vgl. Dornes 2002) nicht nur am Anderen, sondern es gibt von Anfang an eine virtuell-unterscheidende, wenn auch rudimentäre archetypische Ahnung vom Anderen und damit vom eigenen Selbst.

Die Realisierung dieser Ahnung wird ermöglicht durch frühe Wahrnehmungsfähigkeit und durch eine primäre Freude an „Konversation“.

Wir sind also von Anfang an „dialogische“ Wesen und die Erfahrungen aus unseren Interaktionen und Konversationen bestimmen die weitere Ausgestaltung unserer „dynamischen emotionalen Syntax“ (Trevarthen), unserer „rhythmo-affektiven Semantik“ (Molino) oder unserer „psychischen Textur“ (Bollas) als Inhalte des impliziten Beziehungsgedächtnisses.

Das implizite Beziehungsgedächtnis selbst hat einerseits direkte Rückwirkungen auf die weitere Hirnentwicklung (Orbitofrontallappen), andererseits aber auch auf alle zukünftigen „Konversationen“ und damit Beziehungen (vgl. Buchholz 2003).

Diese Befunde stützen die Auffassung von der Bedeutung der „frühen Störungen“ für die weitere Entwicklung der strukturellen Eigenschaften einer Person.

„Frühe Störungen“ sind aus dieser Sicht in erster Linie überdauernde und pathognomische Störungen der interpersonellen affektiven Abstimmungsmöglichkeiten oder des attunement (Stern), die innerpsychisch durch die spezifische Ausgestaltung derjenigen Komplexe repräsentiert sind, die im impliziten Beziehungsgedächtnis als innere Arbeitsmodelle von Beziehungen und emotionalen Erwartungsmustern (Bovensiepen 2004) enthalten sind.

Diese emotionalen Reaktionsmuster werden in fortwährenden Zyklen innerer Interpretationen interpersoneller Situationen reproduziert und mit eigenen Handlungen verbunden.

Die theoretische Basis ist Sterns Konzept der Intersubjektivität (primär zwischen Mutter und Säugling), Fonagys Konzept des „reflective functioning“ und Tronicks Befunde über „mutual regulation“.

Bei „frühen Störungen“ wird die Welt aufgrund spezifischer Mentalisierungsbedingungen als überwiegend bevölkert erlebt von archaischen und furchterregenden Ausgestaltungen der Interaktionserfahrungen mit den Eltern. Wegen leicht auslösbarer überstarker negativer Affekte wird sich in rezenten sozialen Situationen öfter das ereignen, was Jung vom inneren Erleben her als „Introversion der Libido“ und Melanie Klein von der Objektbezogenheit her als „paranoide Position“ bezeichnet hat: eine „gute Interaktion“ kann nicht mehr vorgestellt werden.

Die entsprechenden körperlichen und mentalen Einstellungen auf den nun erwarteten Angriff (eigene feindselige Haltung, Rückzug, Muskelverspannung etc.) rufen dann hervor, was eigentlich nur fehlinterpretativ befürchtet wurde und halten so maladaptive Beziehungsmuster (Strupp & Binder 1993) im Gang.

Die strukturellen Eigenschaften einer Person haben enormen Einfluss auf deren Selbstdefinition und auf die Art der Konflikte, die sie einerseits erleben, andererseits bewältigen kann. Sie haben auch großen Einfluss darauf, wie wir als Psychotherapeuten diese Person erleben.

Ich würde mich freuen, wenn Ihnen anhand meines Fallbeispiels deutlich werden könnte, dass der intersubjektive Blickwinkel die Jungsche Konzentration auf das Intrapsychische nicht ersetzt, sondern die Kontextabhängigkeit des Intrapsychischen, aus der die Individualität des Selbst hervorgeht sowohl in der Entwicklungsgeschichte, als auch im therapeutischen Hier-und-Jetzt mit dem Patienten aufgreifen und darstellen kann (Orange et al. 2001, 98 ff. ).

Es soll das Ziel dieses Referats sein, anhand der Fallgeschichte einer analytischen Psychotherapie mit einem 51-jährigen Patienten mit einer „Frühstörung“ deutlich zu machen, was unter „Intersubjektivität“ im analytischen Prozess zu verstehen ist und wie diese Perspektive unser Verständnis von Übertragung und Gegenübertragung sowie von Entwicklung und Heilung verändert.

4. Ausgangssituation

Der Patient, ich nenne ihn James, wurde von seinem Hausarzt wegen akuter Suizidgefahr angemeldet. Als ich ihm die Tür öffnete, stand da ein etwas unsicherer, freundlich lächelnder kleinerer Mann mit einer schräggezogenen schwarzen Baskenmütze.

Seine Beziehung sei aufs Höchste bedroht, die Freundin Gina habe von seiner Geliebten erfahren Er, James, könne ohne Gina nicht leben. Er liebe sie, auch wenn sie sich zu Beginn der Beziehung heimlich habe sterilisieren lassen. Das sei nicht schlimm, da sie zwei Töchter habe, für die er in langen Jahren der Vater geworden sei.

Er entfaltete mir im Gespräch die Szene eines tragischen OstWest- Schicksals, einer durch frühe Einsamkeit, Trennung der Eltern, bedrohliche Geschwister, Verfolgung und Aussiedelung aus der DDR verunsicherten Identität. In seiner Biografie seien die Frauen oft „lebensrettend“ gewesen. Er habe meist zwei oder drei Parallelbeziehungen gehabt.

Nach der ersten Stunde legte er sich sofort fest: „Ich komme nur zu ihnen, zu niemand anderem“. Für ihn war ich sehr schnell ein „wichtiger Anderer“ und als Gegenüber und Mitspieler spezifisch und nicht mehr austauschbar geworden.

Im Mittelpunkt des verstörten Erlebens von James standen Angst, Depressionen mit plötzlicher enormer Suizidalität und Selbstwertprobleme. Es dominierten Autonomie-Abhängigkeitskonflikte sowie ödipal-sexuelle Konflikte.

5. Biografisches und auslösende Situation

Die Familie war mindestens nationalsozialistisch eingestellt, der ältere Bruder des Vaters als Panzergeneral auch an Kriegsgräueln aktiv beteiligt.

Das Vaterbild ist verschwommen: neben dem grausamen „Nazi“ erscheint noch das Bild eines sentimentalen, Anima – beherrschten Mannes, der „nach Lust und Laune“ lebte und die Ehefrau und die Kinder in James’ vierten Lebensjahr verließ. Er versank später im Alkoholismus.

James hat aus der früheren Kindheit keinerlei Erinnerung an ihn, kann sich an keine Geschenke des Vaters erinnern. In der Jugenderinnerung erscheint er als ein den Knaben hämisch abwertender „Lebemann“.

Die Mutter erlebte James durchgängig als depressiv, hart, kalt und an ihm desinteressiert, sie sei aber eine Frau „mit Stil“ gewesen.

Zur Familie gehörten der sechs Jahre ältere Bruder und die zwei Jahre jüngere Schwester. Ein Bruder +2 war durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben gekommen, weil der Ältere ein Feuer verursacht hatte. James war also ein „Ersatzkind“ für diesen Bruder.

Emotional überleben konnte James wegen seiner Fähigkeit, sich „Ersatzmütter“ zu suchen. Die „Ersatzmütter“, oft mehrere gleichzeitig, bekamen im späteren Leben überwiegend den Charakter von „Spielgefährtinnen“, in deren Bewunderung und „Spiegelübertragungen“ er sein Selbstgefühl stabilisieren konnte.

Er habe ein enges Verhältnis zur jüngeren Schwester gehabt, habe mit tiefer Scham deren sexuellen Missbrauch durch den älteren Bruder miterlebt, teilweise sei er vom Bruder zum Zuschauen gezwungen worden. Er habe es sich nie verziehen, dass er die Schwester nicht habe schützen können.

6. Behandlungsmethode

James kam über drei Jahre dreimal pro Woche zu 331 Sitzungen. Im Verlauf der Therapie ließ er eine vorher verleugnete chronische Hepatitis C durch einen Internisten erfolgreich behandeln.

Er verabschiedete sich, nachdem er ein wesentlich sichereres Gefühl für seine eigene Identität gewonnen hatte und wieder in der Lage war, Pläne zu machen und umzusetzen. Vor einiger Zeit erhielt ich die Nachricht, er habe in Frankreich ein kleines Geschäft eröffnet und es gehe ihm und der Partnerin Gina gut.

Ich versuchte, eine Haltung der empathisch-introspektiven Erforschung (vgl. Stolorow, Brandchaft, Atwood 1996) zu praktizieren, die darauf abzielt, zu verstehen, wie sein Erleben unbewusst organisiert ist und wie ihm gegenüber mein eigenes Erleben beschaffen ist. Seine oft starke und unvermittelt meist aus Schamkonflikten entspringende Suizidalität machte mir trotz meiner langjährigen Erfahrung mit suizidalen Patienten noch mehr Sorge als sonst, weil sie den abgewehrten hasserfüllten Aspekt seiner Vaterübertragung auf mich enthielt.

Das Spezifische einer Borderline-Konstellation ist das ständige Bedrohtsein durch psychotische Selbstauflösung, bei James auch durch den sehr leicht präsenten Suizidimpuls. Wir lernten später, dass der Suizidimpuls intrapsychisch als Spaltungsvorgang den abrupten Wechsel in den Borderline-Modus markierte.

Interpersonell leitete der Suizidimpuls einen Handlungsdialog ein. Intersubjektiv signalisierte er mir, dass James das Gefühl hatte, ich habe mich innerlich zurückgezogen und sei in eine negative Gegenübertragung geraten – womit er nicht selten recht hatte (vgl. Ferro 2003, 239 ff. ).

Es waren in dieser Behandlung zeitweise bedrohliche präpsychotische Leeregefühle gemeinsam zu ertragen. Es gab Gegensätze, Missverständnisse aus Schattenprojektionen und Grenzen des Verstehbaren.

Es gab aber auch viele bewegende und anrührende „Wahrheitsmomente“ (now moments) und Momente der Begegnung, die für James wegen der drohenden Verschmelzungsgefahr oft kaum zu ertragen waren. Ich drohte ihn verstehend zu verschlingen (vgl. Bright 2004). Er musste dann lange Zeit zu Handlungsdialogen übergehen, die das „Zuviel“ an Übereinstimmung wieder relativierten. Er wurde dann „borderlinig“, wenn wiederbelebte Bedürfnisse nach symbiotischer Verschmelzung mir gegenüber auftauchten und abgewehrt werden mussten.

Für James wurde an solchen Punkten aus dem Verstehen und der Verständigung jene „abscheulich bindende Macht“, die wir „dem Teufel abgelernt“ haben von der Jung in einem Brief an Dr. Hans Schmid (Jung 1981, Briefe I, S. 53 ff. vom 6. 11. 1915) spricht.

Die Aufgabe bestand darin, diese Prozesse zu verstehen, sie zu würdigen und gemeinsam mit dem Pat eine „neue Geschichte“ zu ersinnen. Ein unschätzbarer Leitfaden hierbei waren die weit über hundert Träume, die James mitbrachte. Anhand der Bearbeitung seiner Träume ergaben sich die entscheidenden Begegnungen in dieser Behandlung.

7. Traumarbeit

Ich gehe in meinem Verständnis der Arbeit mit Träumen davon aus, dass Träume in Behandlungen wegen der wechselseitigen participation mystique aus einer gemeinsamen Matrix entstehen. Sie sind keinesfalls als Traum einer Psyche über sich selbst aufzufassen. Der Prozess der Symbolisierung und die Erzeugung neuer Bedeutungen geht durchweg aus der Begegnung zwischen Patient und Analytiker hervor (vgl. Ferro 2003, 136 ff.).

Der rezente Traum des Patienten teilt etwas über das affektive, implizite Beziehungsfeld zwischen beiden mit, über Aspekte, über die noch nicht nachgedacht werden kann. Er sollte ergänzt sein durch den Traum oder die Rêverie des Analytikers (Meltzer 1988). Ich verzichte deshalb auf die Deutung von Traumsymbolen an sich weitestgehend.

Diese Sichtweise bringt es mit sich, auch auf der Subjektstufe der Traumbetrachtung weniger nach „innerseelischen Anteilen“ zu suchen, als nach strukturell geprägten Phantasien über Beziehungsaspekte und Komplexe als Inhalte des impliziten Gedächtnisses.

Die prospektive Funktion des Traumes besteht so gesehen in einer Phantasie über die Entwicklung der Beziehung und der Beziehungskonflikte.

Die Beobachtung einer Traumserie sagt uns etwas über den zeitlichen Verlauf bestimmter struktureller Veränderungen und Transformationen der Kommunikation des Paares. Diese ist der Kontext des Traumes, nicht die selbstreferentielle Traumserie (vgl. Jung 1943, §50).

Dazu ein Ausschnitt aus der Traumserie, der seine Geschlechtsunsicherheit in der Beziehung zu mir und deren Entwicklung beleuchtet.

Der Beziehungswunsch zu einem Vater und zur eigenen Männlichkeit konkretisierte sich bereits im Initiationstraum: er wird von Mönchen in ein Kloster vor Verfolgern gerettet. Später erlebt er im Traum Anziehung zu einem noch schlafenden Hermaphroditen. Danach träumte er eine gewollte, lustvolle Begegnung mit einem männlichen Gegenüber – das aber noch nicht erkannt bzw. erreicht werden kann. Und gegen Ende der Behandlung träumt er sich in der Therapiestunde mit einer attraktiven Frau auf der Couch liegend und sich lustvoll der Liebe hingebend. Durch die offene Tür kommt ein sehr dicker Mann herein und auf ihn zu. Er bedroht ihn mit den Worten: „Ich schneide dir den Schwanz ab! “

Als James in der Traumerzählung anmerkt, die „treibende Kraft“ sei die Frau gewesen, lachen wir beide plötzlich los: nicht nur der Wunsch, selbst „der Mann“ zu sein ist klar, sondern auch, was ihm immer noch fehlt: die Übernahme der Verantwortung und die Bereitschaft, notfalls auch Verletzungen und Enttäuschungen selbst durch mich einzustecken.

Wir hatten uns plötzlich verständigt über das Problem des Begehrens und der Feigheit. Im weiteren Gespräch war es ihm möglich, auszusprechen, dass er in der analytischen Situation auch einmal gerne „oben“ wäre wie mit der Frau auf der Couch. Schließlich brachte er noch leise heraus, er glaube nicht, dass ich wisse, wie es sei, sich als Mann wie ein Mädchen zu fühlen. Er habe als Junge oft heimlich Mutters Unterwäsche angezogen und vor einem Spiegel posiert. Wir sind uns in diesem Moment der Aufdeckung des Geheimnisses sehr nah. Ich sage James, dass ich nicht glaube, es handle sich um etwas Perverses, sondern dass es damals vermutlich um die Vorstellung ging, als Mädchen von Mutter so wie die kleine Schwester geliebt zu werden.

In der weiteren Bearbeitung kamen wir darauf, dass James auch keine Vorstellung von einer nicht – perversen Liebe zu einem Mann entwickeln konnte, dass er aber begann, sich zu erlauben, mich zu lieben.

Den Entwicklungsschritt hin zur Überwindung der ödipalen Angst illustrierte ein Traum, der gleichzeitig die Übertragungsangst vor dem Scheitern der analytischen Beziehung zu Ausdruck bringt: die Angst nämlich, auch in mir den nötigen männlich – potenten und zugewandten Partner nicht zu finden, mit dem die Triangulierung, die Durchbrechung des weiblichen Uroboros möglich ist.

Er träumte:

Ein Mann ist bei mir. Es ist klar: wir gehen zusammen ins Bett. Die Situation ist sehr spannend und erregend. Ich suche an dem Mann herum und merke plötzlich: das ist gar kein Mann, er ist eine Frau! Ich bin sehr enttäuscht, bringe die Sache als halbmüdes Spiel zu Ende.“ (T266)

Als ich sagte: „Sie haben Angst, dass es darauf auch mit uns hinausläuft!“ bekam James Tränen in die Augen: „Ich kenne nichts anderes als Frauen. Immer nur Frauen.“

Zur nächsten Stunde brachte er eine CD mit: Musik der australischen Aborigines. Auf dem Umschlag war ein „wilder Mann“ abgebildet. Wir verständigten uns darauf, dass er im Sinne seiner Initiation dabei ist, seine „Songlines“ abzuschreiten. Ich könne ihm dabei nur bedingt Vorbild sein: er habe mir gegenüber wie die Aborigines gegenüber den Weißen einen Wissensvorsprung, da ich mir weder genau vorstellen könne, wie es ist, in der DDR aufzuwachsen, noch, wie es ist, das Heimatland zu verlassen und in der „Fremde“ neu anzufangen.

James überlegte eine Weile: „Ich dachte, diese Musik könnte Ihnen helfen, mal aus dem Kopf herauszutreten, für mich ist das Didgeridoo reine Bauchmusik! Im Übrigen blasen es die Männer, um Frauen zu kriegen!“ Er gluckste vor Lachen. Für uns beide hatte sich ein befreiender Moment ereignet: Zum ersten Mal hatte er einerseits ein Stück liebevolle Kritik an mir gewagt, zum andern hatte er sich als Mann neben mich gestellt mit einer Empfehlung, wie Frauen „zu kriegen“ seien.

8. Beziehungsgestaltung

Von Anfang an brachte mich James in eine mütterlich-fürsorgliche Position: würde ich seine Hilflosigkeit und Schwäche annehmen, würde ich seine sexuellen Eskapaden akzeptieren, würde ich ihn ernst nehmen so wie er ist mit allen „Schattenseiten“? Könnte ich ihn andererseits für seine Begabungen bewundern, die er wegen seiner perfektionistischen Ansprüche und wegen der depressiven Schwäche nicht umsetzte und realisierte – würde ich an ein Entwicklungspotential in ihm glauben?

Seine Schwäche und Hilflosigkeit sollte mich auch zu verstärkter Anstrengung bringen: ich hatte die Aufgabe, nach dem psychodynamischen „Schlüssel“ suchen, der alles erklären und alles heilen würde. Und das am besten sofort: James erlebte den Stundenrahmen zunächst als außerordentlich beengend. Bis ins letzte Drittel der Analyse stöhnt er laut am Ende der Stunde, gab vor, kaum von der Couch hochzukommen und versuchte immer, wenigstens 1-2 Minuten zu überziehen.

Nicht selten sprach er idealisierend von seiner Dankbarkeit mir und der Analyse gegenüber. Andererseits betonte er – nun entwertend – immer wieder, „zum Eigentlichen“ noch nicht durchgedrungen zu sein, zu dem Punkt, „in dem sich alles zusammenfasst“, d. h. zur „großen Deutung“, die ich ihm bisher noch nicht habe geben können.

Die Übertragungsgestaltung, in die das damals unerledigte Problem seiner Geschlechtsidentität einfloss, lässt sich über weite Strecken zusammenfassend als „hermaphroditisch“ bezeichnen: als Versuch nämlich, über einerseits mädchenhaft, andererseits tuntig-homoerotisch wirkende Haltungen Liebe, Zuwendung, Schutz und Nahrung zu gewinnen.

Um die kastrierende Mutterimago zu konstellieren, verletzte James meist den Stundenrahmen: er kam etwas zu spät, entschuldigte sich vielmals, begrüßte mich dreimal (an der Tür, beim Betreten des Behandlungsraums und von der Couch aus), sprach mit etwas höherer Stimme und versuchte so, sich in einer Art masochistisch-transvestitisch anmutender Komödie als „armes Mädchen“ zu inszenieren. Nach einiger Zeit überlegte ich, dass er auf diese Weise die eigene Männlichkeit, den eigenen in seiner Triangulierungsfunktion so wichtigen Phallus vor der aggressiven, schlagenden Mutter geschützt hatte. Als er auch noch wiederholt seine Brieftasche samt Inhalt nach der Stunde im Wartraum liegen ließ, fiel mir sein „Panzeronkel“ ein und ich entwickelte Phantasien über einen Panzerangriff, bei dem ich durch einen Sehschlitz spähend Schüsse abgab. Nach einiger Zeit realisierte ich meinen Ärger über seine „Schauspielerei“.

Ich sagte ihm ziemlich wütend: „Während Sie sich im Schrank vergnügen, (sein Kinderversteck zum Weg-Sein, Träumen, Onanieren) soll ich mir Gedanken über Ihre Vergesslichkeit machen!“ James: „Ich bin schon als Kind schusslig gewesen!“ Ich: „Damals hat das auch nichts genützt!“ Er: „Doch! Ich habe Mutter zum Schlagen gekriegt!“ Wir waren beide überrascht und verdutzt: plötzlich lag sein ziemlich entwickeltes System der masochistischen Steuerung Anderer für uns beide offen auf der Hand.

James musste aber auch mit seiner aggressiv-sadistischen Vaterimago umgehen. Er projizierte sie auf mich, wenn er sich nicht genügend gesehen fühlte. Er geriet dann in eine mit dem Bild des aggressiven und missbrauchenden Bruders kontaminierte Vater-Übertragung mit der Angstphantasie, ich könne meinerseits familiär nazistisch-gewalttätig vorbelastet sein und ihn eines Tag „aussortieren“. Ich sagte ihm dazu in einer Stunde: „Immerhin wüsste ich dann genau, wovon sie reden und ich wüsste auch, wie es ist, wenn man auf niemanden in der Familie stolz sein darf.“

James brach in Tränen aus und berichtete dann, wie er in seiner Armeedienstzeit bei Übungen mit scharfer Munition bewusst riskiert hatte, getroffen zu werden.

9. Übertragungs- und Gegenübertragungskonstellationen

Von der Wunschseite her erlebte ich bei James mir gegenüber eine enorme Ambivalenzspannung, in der ich ihn gleichzeitig nährende mütterliche Brüste genauso begehren sah, wie die phantastische Begegnung mit dem magisch heilenden und gleichzeitig nährenden Phallus des Analytikers, der in seinem intensiven Wunsch nach dem „Eigentlichen“, nach der „großen Deutung, die alles löst“ verborgen war.

Ich bemühte mich, James mit all seinen Projektionen und Übertragungen so weit als möglich anzunehmen. Teilweise „inkarnierte“ ich sie gewissermaßen (vgl. Plaut 1956) und geriet in eine Art „Identität“ mit James, der mir später erzählte, wie schuldhaft er gelegentlich eine gewisse Bewunderung für den „Panzeronkel“ erlebt hatte.

Technisch versuche ich, mich auf die in mir aufsteigenden Empfindungen und Bilder (Deintegrate) zu verlassen, da sie als syntone Gegenübertragung Erklärungen und Deutungen möglich machen, wenn klar ist, welche Figur ich gerade „inkarniere“. So deute ich in meine Panzerschützenphantasie neben einem Anteil Gegenübertragungsaggression auch als Wahrnehmung der aggressiven Seite der Vaterimago und eines negativen Schattenaspekts bei James selbst (vgl. Fordham 1980, S. 80 f.).

Übertragungsdeutungen sind so eher Mitteilungen an den Pat. über in mir aufsteigende Empfindungen und Einfälle, als Aussagen darüber, welche Art „Übertragung“ der Pat. gerade möglicherweise erlebt. Es interessiert weniger, was er für eine „Übertragung“ oder Veränderung der Wahrnehmung meiner Person hat, sondern mehr die Frage, warum sich diese Veränderung jetzt gerade zwischen uns konstelliert.

Meine Gegenübertragungseinfälle versuche ich genauso zu verwenden, wie Einfälle zu einem Traum.

Traumelemente bekommen einen symbolischen Wert, wenn sie für den Patienten affektiv bedeutsam werden und einen Wahrheitsmoment („now moment“ im Sinne Sterns) konstellieren. Dasselbe scheint mir für diejenigen Gegenübertragungseinfälle zu gelten, die affektiv „heiße“ Komplexe ansprechen, die der Pat. nicht oder noch nicht träumen oder phantasieren kann. Ein qualitativer Änderungssprung im analytischen Beziehungsraum („moment of meeting“) tritt dann ein, wenn eine plötzliche wechselseitige Verständigung an einem solchen Punkt gelingt.

Mit James konnte ich in solchen Momenten immer öfter herzlich lachen! Sie leiteten darüber hinaus meist eine kürzere oder längere Zeit von Eigenständigkeit bei James’ ein (vgl. Stern 1998), in der er mich weniger brauchte und z. B. ein neues Projekt (oder eine neue Beziehung!) in Angriff nahm.

Wenn ich mich innerlich von James entfernte, hat er es verstanden, mich entweder durch schleichende, leere, depressive Stimmungen oder durch plötzlich hereinbrechende akute Suizidalität in Angst und Sorge und damit wieder in seine Nähe zu versetzen.

Auslösend für diese Stimmungen waren regressive Einbrüche. Sie fanden in der Regel in Verbindung mit einem Fortschritt in der Behandlung bzw. in der Selbsterkenntnis statt.

Sein Unbewusstes schritt krisenhaft-abwehrend ein, sobald er bewusste Verbindung zu Aspekten seiner emotionalen Realität bekam, die schambesetzt waren: wenn Kontakt zu seiner enormen Bedürftigkeit nach symbiotischer Nähe und zu seiner oralen Gier entstand. Es schritt auch abwehrend ein, wenn sich sein Bedürfnis nach dem „triangulierenden Dritten“ und sein Autonomiewunsch andeutete oder ein Fortschritt in der Analyse einen Schritt auf das Ende derselben hin markierte.

Die Angst vor der vorzeitigen Beendigung der Analyse durch den Analytiker war dann z. B. im Traum konstelliert:

„Ich sehe meine Mutter auf einer Straße, sie schiebt einen Kinderwagen, in dem ich liege. Plötzlich kippt sie den Wagen um und das Kind in den Straßengraben“. (T268)

Gegenübertragungsabwehr spielte z. B. in der noch zu besprechenden Stunde eine Rolle, nach der James in den zu schildernden Handlungsdialog einer extremen suizidalen Krise geriet.

Die Suizidalität als „regressive Szene“ war bei ihm das letzte verzweifelte Ausdrucksmittel eines seelischen Zustandes, der anders nicht gefasst, schon gar nicht verwörtert und kaum dem Analytiker beigebracht werden konnte.

Die unsagbare Angst des abgeschobenen Säuglings, über dessen Kinderbettchen sich das feindselige Gesicht des älteren Bruders beugt, kam mir dazu vor Augen.

10. Moment of Meeting: Fortschritt – Zusammenbruch – Fortschritt

Die 164. Stunde verlief besonders positiv und für ihn befreiend, da wir beide zum ersten Mal gefühlsmäßig realisierten, wie tief ihn die eigenmächtige Sterilisierungsaktion der Freundin am Anfang der Beziehung gekränkt und in seinem männlichen Selbstgefühl verletzt hatte.

Im Nachhause-Gehen nach dieser Stunde kam er an einer Buchhandlung vorbei, klaute in „tranceartigem Zustand“ zwei Bücher und wurde dabei erwischt und polizeilich angezeigt.

Er verfiel nach diesem Ereignis in tiefe Depression, wurde akut suizidal und zweifelte grundsätzlich an sich, seinem Wert als Mensch, an der Analyse und schämte sich zutiefst.

Was war geschehen? Ich vermutete zunächst, dass er einerseits erstmals Gina als „ganzes Objekt“ wahrgenommen hatte, andererseits sich selbst aber auch einschließlich seiner erheblichen Racheimpulse.

Ich sagte ihm: „Es hat offenbar einen Grund gegeben, sich die Polizei nach einer guten Analysestunde ins Haus zu holen!“

Worauf er ärgerlich konterte: „Das können Sie sich sparen, ich bin selbst der Zwerg Allwissend!“ Meine und seine Beschämung konnten in dieser Stunde nicht aufgelöst werden.

Er hatte erstmals die depressive Position (M. Klein) erreicht, blieb aber in einer angstvollen „Sowohl-als-auch-Ambivalenz“ zwischen Selbstverlust und Objektverlust) blockiert.

Die Gefahr der depressiven Position lässt sich so beschreiben, dass das gute Objekt nun möglichen Beschädigungen durch destruktive Impulse ausgesetzt ist, die vorher, in der schizoid-paranoiden Position mit ihrer „Entweder-oder-Ambivalenz“ abgespalten waren (vgl. Otscheret 1998).

Ich erlebte mich nach diesem Zusammenbruch ziemlich ratlos und verwirrt. Ich fürchtete mich vor einer negativen therapeutischen Reaktion oder einem Behandlungsabbruch.

Später verstand ich, dass durch die an mich delegierte Deutungsaktivität und die dadurch gewonnene Einsicht in seine eigene Ambivalenzstruktur bei James möglicherweise der aggressive Neid zu sehr belebt wurde (vgl. Joseph 1994, 124). Meine eigene Verwirrung und Ohnmacht spiegelten im Sinne einer projektiven Identifizierung die Gefühlslage von James wider.

Prospektiv lässt sich heute über diesen Konflikt sagen: Hermes, der Gott des Wandels und der Diebe, musste sich in dieser unbewussten Aktion aus der hermaphroditisch-harmlosen Verschmelzung lösen und sich als handfester Schattenaspekt konstellieren, der James auf die Realität von Mein und Dein und mich auf die unerkannten Projektionen auflaufen ließ.

Rückblickend stellt sich das Ereignis als Beginn eines Wandlungsprozesses dar: während sich in der Zeit davor ein überwiegend angenehmes und konfliktarmes Wechselspiel von Berichten von James, seinen eigenen Einfällen und meinen Kommentaren entwickelt hatte, ein „Weitergehen“ in der Behandlung eben, hatte sich eine „Verständigung“ ereignet, eine plötzliche Unterbrechung der eingespielten Beziehungskonstellation, deren gemeinsame Bearbeitung und Bewältigung unsere Beziehung in Richtung einer vertieften Zusammenarbeit veränderte ( vgl. Adametz 2000/31 ).

11. Szene und Handlungsdialog

Regressive Zustände und Entwicklungen gingen bei James zu Beginn oft in interaktionelle Szenen oder Handlungsdialoge über.

Als Handlungsdialoge fasse ich die geschilderten suizidalen Einbrüche auf. James setzte sie in Szene, wenn ich den empathischen Kontakt mit seiner verletzten, bedürftigen, angstvollen Seite verloren hatte, indem ich mich zum Beispiel einseitig an seinen Fortschritten erfreute und so die Gefahr der Trennung und des Ausgestoßen Werdens in ihm konstellierte.

Es handelte sich also um Notreaktionen, die James unbewusst auslöste, wenn ich als dringend dialogisch und bewahrend (containing) benötigtes Gegenüber nicht ausreichend zur Verfügung stand.

Auf solche Handlungsdialoge konnte er im weiteren Verlauf in dem Maß verzichten, als seine Trennungs- und Verlustängste erzählbar wurden (vgl. Maier 1995) und sich das starke Gefühl einer gemeinsamen, wir-haften und zunehmend schamfreieren Bearbeitung im Dialog entwickelte.

Das entstehende „Dritte“ war die sich gemeinsam entwickelnde verstehende Sicht auf seine Konflikte und auf seine strukturellen Eigenarten wie beispielsweise die Borderline-Reaktionen oder sein Masochismus. Besonders wichtig war für uns beide die Erkenntnis, wie die negativen und versagenden Elternimagines James’ Beziehungsgestaltung beeinflussten: er lebte in einer quasi archaischen Welt, in der die Männer Feinde und die Frauen fast ohne Unterschied Variationen der Großen Mutter und per Geschlecht begehrenswerte Objekte sind.

12. Zusammenfassung

Ich hoffe, deutlich gemacht zu haben, dass hauptsächlich die emotionale Abstimmung über den Versuch des empathischen Verstehens unter Beachtung der Entwicklungsgeschichte und der Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse einen analytischen Prozess insbesondere bei frühen Störungen möglich macht. Die Entwicklung eines gemeinsamen intersubjektiven Beziehungsfeldes scheint dabei entscheidend zu sein für jene „Momente der Begegnung“, in denen Fortschritt möglich wird.

Fortschritte ergeben sich immer dann, wenn ich bereit bin, meiner Gegenübertragung nicht nur zuzuhören, sondern selbst als Person in Erscheinung trete und mich zusätzlich vom Patienten im Sinne der Inkarnation seiner Projektionen „benutzen“ lasse.

Rêverie verstehe ich dabei als Bereitschaft, in eine durch die Übertragung des Patienten ausgelöste Objektidentität (vgl. Bollas 2000, S. 213) oder participation mystique zu kommen, die eine containende und womöglich umwandelnde Verinnerlichung der vorher nicht-integrierbaren Komplexe möglich macht.

Traumata der Vergangenheit können dabei nicht ungeschehen gemacht werden. Indem sich aber unsere Beziehung veränderte und vertiefte, veränderte sich seine Betrachtung der komplexassoziierten Erlebnisse. Die Baskenmütze der ersten Begegnung symbolisierte ein Land der Freiheit, in dem James heute lebt. Der „Mangel“ des nicht einlösbaren Begehrens machte den notwendigen Abschied und die Ausübung der psychoanalytischen Profession möglich.

Literatur

  • Adametz, E. (2000) „In der Krise – ich weiß auch nicht, ob es weitergeht, Krisen in der analytischen Beziehung.“ Anal. Psychol. 31, 245-262.
  • Bollas, C. (2000) Genese der Persönlichkeit. Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Bovensiepen, G. (2004) „Bindung-Dissoziation-Netzwerk“. Anal. Psychol. 35, 135: 31-53.
  • Bright, G. (2004)“Das Verstehen und das Sich-Unterscheiden.“ Anal. Psychol. 35, 135: 8-28. Buchholz, M.B. (2003) Psycho-News-Letter 13.
  • Dieckmann, H.(Hrsg.)(1980) Übertragung und Gegenübertragung. Hildesheim, Gers tenberg.
  • Dornes, M. (2002) „Der virtuelle Andere.“ Forum Psychoanal. 18: 303-311.
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